Nachdenkliches


Vorhin habe ich mich wieder einmal mehr darüber gewundert, warum einem die eigenen Bilder eigentlich nicht gefallen – und wenn man sie dann unvermutet nach einiger Zeit wieder hervorkramt, drücken sie genau das aus, was man sagen wollte – gefallen sie einem auf einmal doch…

Dazu kamen mir dann die folgenden Gedanken hoch:

Man kann die Werke (Malerei, Gestaltung, Texte, wissenschaftliche Arbeiten, Errungenschaften) von anderen Menschen bewerten -d.h. schön oder hässlich, gut oder schlecht- finden, weil man DISTANZIERT dazu steht. Quasi aus anthroposophisch ‚antipatischen‘ Blickwinkel darauf schaut.
Es von außen ‚aufnimmt‘ und in passende Begriffe umsetzt.

Und sich erst dann gefühlsmäßig damit verbindet – damit erfolgt dann eine Klassifizierung nach eigenem Empfinden.

Zu seinen eigenen Werken hat man keine solche Distanz.

Zu sich selbst, seinem eigenen Körper, übrigens auch nicht.

Man schaut nur auf sein Bild (oder Spiegelbild) und weiss: So habe ich es mir nicht vorgestellt. Es entspricht nicht meiner Vorstellung. Es existiert eine Diskrepanz dazu, wie „es sein“ sollte.
Und damit wird es als häßlich, schlecht, als mißlungen bewertet.

Wenn ich eine Skizze zu einem Bild erstelle, mag sie meinen Vorstelungen der Bildkomposition genau entsprechen – durch die Härte der Linien, den starren Kontrst, empfinde ich das Bild als hässlich – und mache es damit erst gar nicht weiter. Vielleicht ist das der Grund, weswegen ich die Nass-in-nass-Malerei so sehr liebe – ich überspringe den ’starren‘, eingezwängten Moment der Skizze und bin direkt in der Domäne des Leuchtens, der Farben, des Flusses …

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