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Geschenkter freier Samstag


Ich hatte heute morgen Ballett-Unterricht – ein Kurs für erwachsene Anfänger. Und ich fühle mich unendlich dankbar dafür, dass ich diesen wunderschönen Lebensausdruck noch kennen lernen darf. Auch, wenn aus mir nie eine Tänzerin werden wird, schon allein aus Mangel an Koordination und GLeichgewicht.

Ballett-Unterricht hat für mich so unglaublich viele Aspekte und Facetten, die, jede für sich allein betrachtet, schon einen Grund darstellen, dankbar zu sein:
Zum einen ist da der Ausdruck, die Bewegung, selber – das völlige aufgehen in der Bewegung, das Konzentrieren und das Umsetzen des Bewegungsflusses… ich habe seit November, seitdem ich damit angefangen habe, gerätselt, warum das so zufrieden macht. Meine heutige Anwort wäre – es zentriert. Es fokussiert auf den Moment, auf den Körper. Ich bin in der Sekunde, in dem Moment, vollständig bei mir, in mir. Es ist kein Raum für Gedanken, es ist kein Raum für mein Ego – nur die Bewegung, die Musik und mein Körper. Es ist weder Glück noch Zufriedenheit – es ist das Gefühl, das in diesem Moment alles richtig ist, alles so ist, wie es sein sollte ….
Da immer noch so eine Art Unglaube und ein leises, freudiges Erstaunen, dass ich mit meinem Körper einer Beschäftigung nachgehen kann, die mit Eleganz, mit Grazie, mit Leichtigkeit – aber auch mit Anspruch, Leistungsfähigkeit und Trainingsbereitschaft verbunden wird. Und ebenso – fast ungläubig, überrascht, aber mit unendlicher Freude beobachte ich, dass ich ganz ganz langsam an Muskulatur und an Haltung etwas entwickele, was ich, eins der ersten Computer-Kids, der Prototyp des Nerds, in meiner Judgendzeit nicht aufgebaut habe.

Es ist kein strahlendes, glänzendes, spontanes, herausplatzendes Glücksgefühl, dass ich empfinde – es ist viel tiefer. Als ob ich zuhause angekommen wäre. Bei mir selbst. Und dafür bin ich unendlich dankbar.

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